blog 2019


Johnson gewinnt Unterhauswahlen in Groß-Britannien

Wer zuletzt lacht.
Letzter Akt im Brexit-Drama.?


Was wird nach dem überwältigenden Sieg Johnsons aus Europa, aus der EU? Glückt die Trennung der Insel vom Kontinent mit dem Ergebnis langfristigen Erfolges, dann könnte der Präzedenzfall Signalwirkung für alle EU-Mitgliedsstaaten auslösen, besonders für Europamüde Bürger.


Boris Johnsons Rechnung ging auf. Das muss erst mal jemand schaffen: Die Institutionen gegen sich aufzubringen, mit Taktik und Täuschungsmanöver im Alleingang das älteste Parlament der Welt zu umgehen und vorzuführen, die Queen für seine Zwecke einzuspannen und schließlich mit der Mehrheit konservativer Wähler, auch aus dem Lager der Labourpartei, belohnt zu werden. Johnson hat mit vorzeitigen Neuwahlen hoch gepokert und gewonnen. Der Premier kann künftig alleine als starker Mann durchregieren. Erdogan, Putin oder Trump lassen grüßen. Letzterer sprang seinem Klon (Clown) gleich bei.

"Irrational ist, dass sie einen neoliberalen Tory wählen mussten, der ihnen noch weniger Schutz, noch weniger soziale Leistungen und noch miesere Löhne bringen wird, um die endlose Brexit-Hängepartie zu beenden."
(Sahra Wagenknecht, Team Sahra)

Bildquelle: Den Cops | designed by axondesign.de

Der Brexit – seit 3 Jahren auf der britischen Agenda Thema 1 - soll nun schnell bis zum 31. Januar kommen und ist quasi nur noch Formsache. Ab Februar 2020 wird das Königreich nicht mehr zur EU gehören.

Mit den "geordneten Verhältnissen" im Parlament vertieft sich die Spaltung des Landes. Wandel und Zerfall von alten Strukturen machen sich bereits in der Kapital- und Finanzmetropole London bemerkbar, denn gleichzeitig verliert England immer mehr seine wichtigste Branche und Märkte, das Banking, als tragende Säule.

"Die düsteren Aussichten einer Post-Brexit- Wirtschaft mit schrumpfender produzierender Industrie, ohne Vertrag mit der EU aber fortdauernder Immigration aus dem Commonwealth lassen wachsende soziale Spannungen erwarten. Es sind faktenfreie und durchaus unvernünftige Emotionen, die den Brexit befeuern. Diese können schnell umschlagen und Johnsons mit absoluter Mehrheit ausgestattete Regierung zum Höllentrip machen."
(Kommentar Nubari, aus: Spiegel 50/2019)
Ein junger Mann
, stellvertretend für viele, saß in der Berliner U-Bahn, wohl jemand, der dort zu Lande Freunde hat, und beklagte sich in einem Gespräch (das ich belauschte) über die irrationale Situation und das Versagen der Opposition.
Im nächsten Schritt steht das Freihandelsabkommen mit der EU an, denn mit oder ohne Vertrag bleiben wir eng miteinander verflochten. Es dürften schwierige Verhandlungen werden, die erfahrungsgemäß normalerweise Jahre dauern.
Großbritannien soll, schon wegen der schwierigen Nordirlandlage und dem nach Separatismus streben Schottlands (die lästigen Regionen)stark an die EU angebunden werden , so deren Vorstellungen. Gerade in Nordirland kann sich die aufgeheizte Stimmung jederzeit auf den Straßen in gewalttätigen Protesten entladen. Ob sich dieser "Deal" lohnt wird sich zeigen, denn die Mitspracherechte werden komplexer und GB wird vom vordersten Rang verwiesen.

Doch was wird aus Europa, genauer gesagt aus der EU? Glückt die Trennung der Insel vom Kontinent mit langfristigem Erfolg, dann könnte der Präzedenzfall Signalwirkung für alle EU-Mitgliedsstaaten auslösen, besonders für Europamüde Bürger. Das Szenario wäre gegen jede Vernunft und wirtschaftliche Interessen.
In der global agierenden Welt, will – bis auf Ausnahmen - keiner als ökonomischer Zwerg zwischen den Handelsriesen USA und China stehen und übergangen oder letztendlich vereinnahmt werden (Stichwort: Neue Saitenstraße). Nun tritt GB in den Wettbewerb mit den Großen ein und gleichzeitig mit der EU 27.

Es käme einer Kapitulation gleich, wenn sich das wirtschaftliche und politische Staatenbündnis, was sich immer mehr als Wertgemeinschaft definiert – die Vision Europa von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle - allmählich auflösen würde, gerade in schwierigen Zeiten des technologischen Wandels und angesichts globaler Probleme, wie Umweltverschmutzung und Überbevölkerung.
Der Wunsch in der Patchwork-Gemeinschaft im Haus Europa jeden Kleinststaat einen Raum für seine Bewohner zu lassen, gastfreundlich und friedlich in Koexistenz mit der Nachbarschaft, wertgeschätztes eigenes Territorium zu sichern und zu verteidigen wäre dann obsolet, oder?

Dann lacht Niemand mehr, oder nur der Feind.

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