Die Manpower der Union

Drei Masketiere buhlen um den Posten des Alpha-Tiers


Armin Laschet - der Kumpel aus dem Pott mit seinem Sekundanten an der Seite, Norbert Röttgen, der ergraute Intellektuelle der Atlantik-Brücke und Friedrich Merz, der Kapitalist der klaren Kante, bewerben sich um die Chefposten in der CDU, sowie im Schatten von Markus Söder, um die Nachfolge von Angela Merkel, als Bundeskanzler.

 

Die Wahl eines Vorsitzenden in der größten Noch-Volkspartei Deutschlands ist an sich etwas Besonderes, nach 16 Jahren Kanzlerschaft steht zudem die Kanzler-Nachfolge von Angela Merkel an. Zwei der Bewerber haben sich bereits als Kanzlerkandidat empfohlen. Die rund 1000 Delegierten dürften in der Online-Konferenz am 16.01. demnach die auch die Weichen für die Richtung der kommenden Jahre stellen. Kaum jemand geht davon aus das die Union über 2021 in der Opposition sitzen wird, jedoch Prognosen sind schwierig in dieser Zeit. Erinnern wir uns an den Zeitpunkt vor einem Jahr, wo die CDU in Thüringen durch Fehler an der Spitze zeitweise sogar auf dem niedrigen Umfrageniveau der leidgeplagten alten SPD lag.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich im Frühjahr des Jahres 2020 ein Virus über den Planeten und löste die weltweite Corona-Krise aus, verbunden mit hektischen Handeln zur Eindämmung der Virusverbreitung. Ein quasi weltweiter Lockdown folgte und führte zu volkswirtschaftlichen Einschnitten und persönlichen Einschränkungen für Jedermann/-frau bis heute. Gesellschaftliche Folgeschäden werden bis in die nächsten Jahre prognostiziert.

Die Profiteure diese Entwicklung sind neben einigen Großkonzernen, auch die Manager dieser Krise, darunter Politiker, wie Kanzlerin Merkel und einige Ministerpräsidenten, die sich in dieser prekären Lage profilieren und mit Vorschlägen überbieten, so Markus Söder, Armin Laschet und sein Sekundant Jens Spahn von der Union.

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Der NRW-Ministerpräsident Laschet gilt als beliebt und erfolgreich, zumindest in NRW, als Mann, der politisch Merkel nahe steht; er wird jedoch ohne Ecken und Kanten als leise wahrgenommen. Ein bisschen lasch halt, der Armin.

Norbert Roettgen | Bildquelle: Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons


Ebenso aus NRW kommt Robert Röttgen; er kandidierte dort 2012 schon für Ministerpräsidentenamt. Er ist eigenwillig, redegewandt, wirkt kompetent und war zunächst Außenseiter um die Kandidatur des Vorsitzes. Er scheint aber mit seinem Mantra, die CDU jünger und weiblicher machen zu wollen, nicht nur bei der Frauen Union zu punkten. Sie stellen etwa ein Drittel der Delegierten auf dem Parteitag.
Ein anderer oft favorisierter Mitbewerber ist der altbekannte Friedrich Merz, der vor zwei Jahren schon mal zur Wahl für diese Amt stand und der glücklosen AKK vor zwei Jahren knapp unterlegen war. Der einst vor über 15 Jahren von Merkel geschasste Fraktionsvorsitzende dürfte weit davon entfernt sein, ein Hoffnungsträger für die anstehenden Zukunftsaufgaben zu sein auch wenn er sich als Macher in seiner Selbstüberschätzung anders sieht; inhaltlich verteidigt er die alten Werten der Union. Der Mann der den Staat als Manager, wie ein Wirtschaftsunternehmen führen möchte  – seine Tätigkeit bei der umstrittenen Investmentgesellschaft Blackrock haftet ihm als Makel an - polarisiert gerne und gilt am wenigsten von allen Mitbewerbern als integrativ und schon gar nicht als sozial (Stichwort: Kassensturz, Markus Lanz, 14.01). Es dürfte wohl sein letzter Anlauf für ein Spitzenamt in dieser Partei sein, in der CDU, die unter Angela Merkel in der Koalition mit der SPD zunehmend „sozialdemokratisiert“ wurde, damit neue Wählerschichten in der sog. Mitte anzog, aber auch das konservative Wählerspektrum zum Teil an die rechtspopulistische AfD verlor.

Alle drei Kandidaten stehen für unterschiedliche Ansätze. Welcher der drei sich durchsetzen wird, dürfte richtungsentscheidend sein. Da in einer möglichen künftigen Unionsgeführten Koalition die Machtbefugnisse mit einer anderen Partei austariert werden müssen – derzeit steht die Ampel auf grün -  dürfte es interessant sein, wie sich ein Friedrich Merz mit einem möglichen grünen Bündnispartner arrangieren wird.Es wäre eine Ironie der Geschichte, wenn ausgerechnet die erste schwarz-grüne Bundesregierung Deutschlands von Friedrich Merz geführt werden würde, schrieb die taz..

Markus Söder | Bildquelle: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons

In allen Belangen wird der als der überschätzt stark wahrgenommene und im Volk populäre und laute bayrische Ministerpräsident Markus Söder mitmischen, der trotz eigenem Dementi selbst als möglicher Kanzlerkandidat favorisiert wird und wie ein Geist im Off über den Geschehnissen schwebt.

Wie immer entschieden wird, und wer immer von „Merkels Jungs“ , wie die Tagesschau schrieb, das Rennen macht, die Diskussion um die Führung wird mit der Wahl nicht beendet sein, sondern erst richtig an Fahrt gewinnen.






 

 



External   Links

  Taz

      Gesellschaft | Macht's Merz mit Grün? | Ein Artikel von Sabine am Orde und Ulrich Schulte


    


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